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HANDLUNGSMÖGLICHKEITEN

Handlungsmöglichkeiten zur Verringerung von Gewässerbelastungen

Derzeit gibt es weder in Deutschland noch auf europäischer Ebene weitergehende und abgestimmte Strategien zur Verringerung von Trinkwasser- und Gewässerbelastungen durch Arzneimittelwirkstoffe. Die bestehenden rechtlichen Regelungen innerhalb des europäischen Zulassungsverfahrens beschränken sich auf einzelne Wirkstoffe und setzen dabei Maßnahmen zur Risikominderung einen eng begrenzten Rahmen (siehe Seite 12). Es besteht daher dringender Bedarf an der systematischen Bestimmung von Handlungsmöglichkeiten, die unter Berücksichtigung des hohen individuellen und gesellschaftlichen Nutzens von Arzneimitteln, einen vorsorgenden Umgang mit den Folgen ihres Einsatzes für den Trinkwasser- und Gewässerschutz ermöglichen. Dieser Bedarf wurde in start für Humanarzneimittel aufgenommen. Ausgehend vom Lebenszyklus eines Arzneimittels hat das Projekt drei Handlungsfelder untersucht, in denen vorsorgendes Handeln ansetzen kann: "Arzneimittelentwicklung", "Umgang mit Arzneimitteln" und "Technisches Emissionsmanagement in der Siedlungswasserwirtschaft".

Mit diesem Ansatz werden Politik und Verwaltung, Arzneimittelhersteller, Ärzte- und Apothekerschaft, Wasserwirtschaft, Krankenkassen und Verbraucherverbände angesprochen. Die im Folgenden eingehend vorgestellten Ergebnisse der start-Untersuchung sollen zunächst aufzeigen, welche Handlungsmöglichkeiten es für die Akteure in den drei Feldern gibt. Im Fall der Handlungsfelder "Arzneimittelentwicklung" und "Umgang mit Arzneimitteln" handelt es sich um strategisch aufeinander abgestimmte Maßnahmen. Für das Handlungsfeld "Technisches Emissionsmanagement in der Siedlungswasserwirtschaft" war eine solche Strategiebestimmung wegen der unzureichenden Datenlage nicht möglich (siehe Seite 36). Hinweise, was bei einer Umsetzung einzelner Optionen zu beachten ist und wie ein Prozess angestoßen werden kann, der langfristig alle Akteure in den drei Handlungsfeldern in die Problemlösung einbezieht, werden im letzten Teil dieser Broschüre gegeben.

Ausgangspunkt der Bestimmung von Handlungsmöglichkeiten zur Verringerung von Gewässerbelastungen durch Arzneimittelwirkstoffe in start war die vorsorgende und langfristige Stärkung des Trinkwasserschutzes. Der am Lebenszyklus orientierte Forschungsansatz spiegelt das dabei zugrunde gelegte Prinzip wider, möglichst an der Quelle der Wirkstoffeinträge – also schon bei der Entwicklung und dem Gebrauch der Stoffe – anzusetzen. Denn nur mit diesem Prinzip können nachhaltige Problemlösungen entwickelt werden: Lösungen, die unsere Trinkwasserquellen für die Nutzung durch künftige Generationen schützen und gleichzeitig Risiken für die Umwelt verringern.

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Humanarzneimittelwirkstoffe:

Handlungsmöglichkeiten zur Verringerung

von Gewässerbelastungen
Eine Handreichung für die Praxis

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Stand 12.02.2009