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HANDLUNGSMÖGLICHKEITEN

Handlungsfeld "Umgang mit Arzneimitteln"

Anders als in anderen Produktbereichen spielen Umweltaspekte bei Verschreibung oder Kauf, Gebrauch und Entsorgung von Arzneimitteln bisher kaum eine Rolle. Im Bild des stofflichen Lebenszyklus bietet jedoch auch die Phase des Umgangs mit Arzneimitteln Ansatzpunkte für wirksame Handlungsmöglichkeiten zur Verringerung von Gewässerbelastungen. Diese können grundsätzlich an zwei Stellen ansetzen: zum einen an der Senkung des Arzneimittelverbrauchs und zum anderen an der Vermeidung von Medikamentabfällen, die dann gegebenenfalls unsachgemäß über die häuslichen Abwässer entsorgt werden (beziehungsweise an der Sicherstellung einer sachgemäßen Entsorgung von Altarzneimitteln).

Der Einsatz von Arzneimitteln ist mit einem hohen und unstrittigen individuellen und gesellschaftlichen Nutzen verbunden. Die ärztliche Entscheidung für eine medikamentöse Therapie ist zudem in der Regel von einer Vielzahl von gegeneinander abzuwägenden Faktoren abhängig. Vorrang hat dabei in jedem Einzelfall die bestmögliche Strategie zur Heilung oder Linderung einer Krankheit. Es wird also im Zweifelsfall die Regel "Gesundheitsschutz vor Umweltschutz" gelten. Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass weitere Vorschriften in einem bereits stark regulierten System, die sich zudem auf ein als nachrangig empfundenes Ziel richten, besonders bei Ärztinnen und Ärzten auf Ablehnung stoßen werden. Maßnahmen, die den Umgang mit Arzneimitteln umweltfreundlicher gestalten sollen, müssen daher drei Voraussetzungen erfüllen:

  • sie dürfen nicht zu einem Qualitätsverlust bei Prävention und Therapie führen,

  • sie müssen sich in den komplexen beruflichen Alltag von Ärzten und Apothekerinnen integrieren lassen und

  • sie sollten mit gesellschaftlich ohnehin wünschenswerten Reformvorhaben im Gesundheitssystem zusammenwirken.

Verhaltensänderungen, die zu einer Verringerung von Gewässerbelastungen beitragen sollen, setzen jedoch ein entsprechendes Problembewusstsein voraus – besonders, wenn sie auf freiwilliger Basis erfolgen sollen. Empirische Untersuchungen in start haben aber gezeigt, dass gerade Ärztinnen und Apotheker sich bisher oft kaum mit den Folgen der Einnahme und Entsorgung von Arzneimitteln für die Gewässerqualität auseinandersetzen.

 

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Humanarzneimittelwirkstoffe:

Handlungsmöglichkeiten zur Verringerung

von Gewässerbelastungen
Eine Handreichung für die Praxis

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Stand 12.02.2009