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HANDLUNGSMÖGLICHKEITEN

Politische Rahmenbedingungen


Der Schutz der Oberflächengewässer und der Grundwasservorkommen vor dem Eintrag von Arzneimittelwirkstoffen sollte in Deutschland auf unterschiedlichen Ebenen zum Umweltziel erhoben werden. Wie das Beispiel Schweden zeigt, trägt eine solche verbindliche Festlegung entscheidend dazu bei, dass die breite Öffentlichkeit und die Akteure des Gesundheitssystems die Folgewirkungen der Einnahme und Entsorgung von Arzneimitteln als Problem anerkennen und Möglichkeiten zu vorsorgendem Handeln aktiv wahrnehmen.* Eine solche Veränderung der politischen Rahmenbedingungen könnte beispielsweise von der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser im Rahmen der aktuellen Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie angeregt werden. Bei der Aufstellung der Bewirtschaftungspläne für die jeweiligen Flussgebietseinheiten sollten die Bundesländer dazu angehalten werden, die Umweltziele für Gewässer ausdrücklich auf Arzneimittelwirkstoffe zu beziehen. Entsprechende Vorschläge, Gewässerqualitätsziele für Leitsubstanzen wie das Antiepileptikum Carbamazepin oder das Antirheumatikum Diclofenac festzulegen, werden in der laufenden und bis Ende 2009 abzuschließenden Phase der Aufstellung der Bewirtschaftungspläne bereits diskutiert. Von einer solchen Initiative könnte auch ein Impuls zur Aufnahme von ausgewählten Arzneimittelwirkstoffen in die Liste der prioritären Stoffe ausgehen – mit einer entsprechenden Signalwirkung.

* Die Provinzregierung Stockholm setzt sich vor allem für die Lösung von Umweltproblemen ein, die aus Aktivitäten der Landesregierung resultieren (zum Beispiel als Aufgabenträger für das öffentliche Gesundheitswesen). Die Verringerung von Verunreinigungen des Wassers, der Luft und des Bodens durch Arzneimittelrückstände ist dabei eines der besonders anerkannten Ziele.

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Humanarzneimittelwirkstoffe:

Handlungsmöglichkeiten zur Verringerung

von Gewässerbelastungen
Eine Handreichung für die Praxis

(download)

 

 

 

   

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Stand 12.02.2009