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HANDLUNGSMÖGLICHKEITEN

Schärfung des Problembewusstseins von Ärzten und Apothekerinnen


Ärztinnen und Ärzte, Apothekerinnen und Apotheker sind Schlüsselakteure bei der Umsetzung von Handlungsmöglichkeiten, die direkt den Eintrag von Arzneimittelwirkstoffen in die Gewässer beeinflussen. Ihnen muss daher ein besonderes Angebot zur Information und Meinungsbildung über die Thematik gemacht werden. Geeignete Instrumente dafür sind gezielte Publikationen in Print- und Onlinemedien, die von diesen Berufsgruppen als glaubwürdig anerkannt sind (zum Beispiel Deutsches Ärzteblatt, fachärztliche Medien, Verbandsplattformen) sowie Beiträge auf einschlägigen Kongressen, Tagungen und Fachjournalisten-Seminaren. Mittelfristig können solche Diskursangebote zu einer Schärfung des Problembewusstseins beider Berufsgruppen beitragen. Bei ihrer Gestaltung ist zu beachten, dass es ganz unterschiedliche Reaktionsmuster zur Thematik gibt. Dies haben die empirischen Untersuchungen in start gezeigt. Sie reichen von spontaner Zurückweisung im Sinne der Nichtzuständigkeit für ein Umweltproblem bis hin zu großer Offenheit und Interessiertheit gegenüber der Problematik.

Ein weiteres Instrument zur Unterstützung des Meinungsbildungsprozesses und zur Schärfung des Problembewusstseins ist die Einbindung der Thematik in die vorgeschriebene Fortbildung von Ärztinnen und Apothekern. Gegenstand der Fortbildung ist allgemein die Begründung von und die Auseinandersetzung mit Verhaltensweisen für den professionellen Alltag. Im Fortbildungskontext sollten die Folgewirkungen der Einnahme von Arzneimitteln für die Gewässerqualität unmittelbar mit Fragen der Verschreibungspraxis – "Gibt es eine gleichwertige nicht-medikamentöse Behandlungsmöglichkeit oder eine Wirkstoffalternative, die weniger Gewässer belastend ist?" – verbunden werden. Gegebenenfalls bietet sich eine Verknüpfung dieser Fragen mit einer allgemeinen Diskussion zu Handlungsmöglichkeiten für eine Kostenreduktion im Gesundheitswesen an.

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Humanarzneimittelwirkstoffe:

Handlungsmöglichkeiten zur Verringerung

von Gewässerbelastungen
Eine Handreichung für die Praxis

(download)

 

 

 

   

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Stand 12.02.2009