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HANDLUNGSMÖGLICHKEITEN

Abwasserbehandlung in den Kläranlagen


Der weiträumige Einsatz von nachhaltigen Sanitärsystemen ist nur in längeren Zeithorizonten umsetzbar. Zudem ist zu berücksichtigen, dass mit diesen Verfahren auch im Idealfall keine vollständige Entlastung des kommunalen Abwassers erreicht werden kann. Denn trotz der Möglichkeit, die verfügbaren Behandlungstechniken wegen der höheren Stoffkonzentrationen in den Abwasserteilströmen effektiver zu nutzen, können auch sie eine hundertprozentige Entfernung aller Arzneimittelwirkstoffe nicht garantieren. Erweiterte Verfahren der Abwasserbehandlung in den Kläranlagen sind daher ergänzend grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Wie auch die Untersuchungen im Rahmen von start gezeigt haben, gibt es in diesem Bereich jedoch zurzeit keine ausreichende Richtungssicherheit, welches der diskutierten Verfahren in der Praxis zum Einsatz kommen sollte. Zwar werden die Stärken und Schwächen der einzelnen Verfahren zunehmend deutlich. Eine belastbare Empfehlung für ein konkretes Verfahren oder eine Verfahrenskombination kann auf der bestehenden Datengrundlage aber nicht ausgesprochen werden. Hierfür sind Leistungsdaten von Versuchanlagen erforderlich, die in großtechnischem Maßstab betrieben werden. Sobald entsprechende Erkenntnisse vorliegen – zum Beispiel aus dem seit 2004 laufenden Pilotprojekt des Zweckverbands Klärwerk Steinhäule, bei dem Pulveraktivkohle dem biologisch vorbehandelten Abwasser zugesetzt wird – sollte eine vergleichende Bewertung nach unterschiedlichen Kriterien wie Wirksamkeit und Kosteneffizienz durchgeführt werden.

Im Bereich der Abwasserbehandlung bei den Kläranlagen lässt sich auf Basis des aktuellen Kenntnisstandes nur die Erhöhung des Schlammalters im Belebtschlammbecken auf etwa zehn Tage empfehlen. Für Kläranlagen, die heute noch mit kürzeren Verweilzeiten arbeiten, stellt dies eine einfache und mit vergleichsweise geringen Investitionskosten verbundene Maßnahme zum besseren biologischen Abbau einiger Arzneimittelwirkstoffe dar.

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Humanarzneimittelwirkstoffe:

Handlungsmöglichkeiten zur Verringerung

von Gewässerbelastungen
Eine Handreichung für die Praxis

(download)

 

 

 

   

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Stand 12.02.2009