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WISSENSSTAND

Wie gelangen die Stoffe in die Gewässer?

 

Das Vorkommen von Arzneimittelwirkstoffen in Gewässern ist ein ungewollter Nebeneffekt ihres bestimmungsgemäßen Gebrauchs. Damit die Stoffe im Körper ihre beabsichtigte Wirkung entfalten können, müssen genügend intakte Wirkstoffmoleküle in der erkrankten Zelle ankommen, bevor sie durch die biochemischen Prozesse im Körper zu einer Vielzahl von Stoffwechselprodukten – sogenannte "Metabolite" – abgebaut werden. Um dieses Ziel zu erreichen, werden Arzneimittelwirkstoffe auf Stabilität optimiert. Dies hat zwei Konsequenzen. Zum einen werden die Wirkstoffe nicht vollständig im menschlichen Körper verstoffwechselt, sondern vorwiegend über den Urin wieder ausgeschieden und gelangen so ins häusliche Abwasser. Zum anderen erschwert die gewollte Stabilität der Moleküle ihren biologischen Abbau in den Kläranlagen: Viele der bisher untersuchten Wirkstoffe werden gar nicht, andere nur zum Teil entfernt. Einmal mit dem Ablauf der Kläranlagen in die Flüsse und Seen gelangt, können die stabilen Moleküle dann ihren Weg in das Grundwasser und schließlich über das Trinkwasser zurück zum Menschen finden. Die häuslichen Abwässer stellen die Hauptquelle für das Vorkommen von Arzneimittelwirkstoffen in der Umwelt dar. Daneben spielen Produktionsstätten für Arzneimittel und Krankenhäuser oder andere medizinische Einrichtungen eine geringere Rolle. Während belastete Produktionsabwässer zumindest in Europa in der Regel durch aufwändige Technik im Unternehmen von Rückständen weitgehend befreit werden, liegt der Beitrag von Krankenhäusern an der jährlich in die Umwelt entlassenen Gesamtmenge an Arzneimittelwirkstoffen bei maximal 10 bis 20 Prozent. Trinkwasser- und Gewässerbelastungen durch Arzneimittelwirkstoffe

 

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Humanarzneimittelwirkstoffe:

Handlungsmöglichkeiten zur Verringerung

von Gewässerbelastungen
Eine Handreichung für die Praxis

(download)

 

 

 

   

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Stand 12.02.2009