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WISSENSSTAND

Werden Altarzneimittel unsachgemäß

über Ausguss und Toilette entsorgt?


Eine repräsentative Untersuchung durch start hat ergeben, dass im Jahr 2006 jeder siebte Bundesbürger seine nicht mehr benötigten Tabletten zumindest gelegentlich über die Toilette entsorgt. Flüssige Arzneimittelreste kippt sogar jeder Zweite bisweilen in den Ausguss oder die Toilette – 10 Prozent der Bevölkerung tun dies sogar immer. Die Bedeutung dieser Zahlen hängt von der jährlich anfallenden Menge an Arzneimittelabfällen ab, die dadurch entstehen, dass gekaufte oder verschriebene Arzneimittel nur teilweise eingenommen werden oder dass nach Ende einer Therapie Restmengen übrig bleiben.* Zuverlässige und nach Wirkstoffen differenzierte Daten hierzu fehlen jedoch. Auf Basis von verschiedenen Quellen ist davon auszugehen, dass jährlich mehrere tausend Tonnen an Arzneimittelabfällen anfallen. Mit Hilfe der in start erhobenen Daten kann abgeschätzt werden, dass davon einige hundert Tonnen unsachgemäß über Ausguss oder Toilette entsorgt werden. Im Verhältnis zur Menge an Arzneimittelwirkstoffen, die jährlich über die Ausscheidungen in die Umwelt gelangt, ist dies zwar nur ein Anteil von wenigen Prozent. Zu berücksichtigen ist aber, dass für solche Wirkstoffe, die im Körper fast vollständig verstoffwechselt werden, die unsachgemäße Entsorgung der Haupteintragspfad sein kann.

* Das Maß, in dem Patienten eine ärztliche Empfehlung zur Einnahme eines bestimmten Medikaments befolgen, die sogenannte "Medikamenten- Compliance", hängt stark von der Indikation ab: Während etwa Verhütungsmittel in der Regel vollständig aufgebraucht werden, liegt die Compliance bei Antiepileptika nur bei 50 bis 70 Prozent.

 

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Humanarzneimittelwirkstoffe:

Handlungsmöglichkeiten zur Verringerung

von Gewässerbelastungen
Eine Handreichung für die Praxis

(download)

 

 

 

   

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Stand 12.02.2009